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Ausleuchten von Einsatzstellen
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Wissen5. März 2026

Einsatzstelle ausleuchten: Weniger Schatten & Unfälle

Einsatzstelle richtig ausleuchten – warum "hell genug" nicht reicht

Bundesstraße, 23:15 Uhr. Verkehrsunfall, zwei Fahrzeuge. Die ersten Kräfte sind da, Lichtmast ist oben, zwei Stative werden aufgebaut. Hinter dem zweiten PKW liegt ein Schlauch im Schatten des Strahlers. Ein Kamerad stolpert. Nichts Schlimmes – diesmal.

Unfälle an Einsatzstellen passieren nicht nur durch den Unfall selbst. Ein erheblicher Teil passiert durch schlechte Beleuchtung: Stolpern über Schläuche, Stürze auf unebenem Gelände, Blendung durch falsch positionierte Strahler. Das lässt sich verhindern.

Das Grundprinzip: Licht von oben schlägt Licht von der Seite

Physik, kein Zauber: Eine Lichtquelle auf 20 Meter Höhe erzeugt kürzere Schatten als dieselbe Lichtquelle auf 1,5 Meter. Je tiefer das Licht, desto länger die Schatten hinter jedem Hindernis. Je höher, desto gleichmäßiger die Ausleuchtung – und desto weniger Blendung für Einsatzkräfte und herannahende Fahrzeuge.

Das ist kein neuer Gedanke. Deshalb sind Lichtmasten auf Feuerwehrfahrzeugen vorgeschrieben. Deshalb fordert die Hessische Technische Richtlinie StLF 20:2023 eine Lichtpunkthöhe von mindestens 2.000 mm über dem höchsten festen Punkt des Fahrzeugs. Hoch heißt sicher.

Die drei häufigsten Fehler – und wie man sie vermeidet

Fehler 1: Zu tief, zu spät

Stativstrahler werden oft erst dann aufgebaut, wenn es schon dunkel ist. In der ersten Hektik hat niemand Zeit. Das Ergebnis: Die ersten 10–15 Minuten arbeitet man im Halbdunkeln. Genau in dieser Phase passieren die meisten Unfälle.

Besser: Beleuchtung gehört in die erste Angriffsphase. Nicht nach dem Löschangriff – gleichzeitig.

Fehler 2: Strahler direkt auf die Arbeitsstelle richten

Klingt logisch, ist aber falsch. Ein Strahler, der direkt auf eine Arbeitsstelle gerichtet ist, blendet die Leute, die dort arbeiten. Besser: Licht schräg von oben, diffus auf die Fläche. Wer merkt, dass seine Kameraden die Hand vor die Augen halten, hat die Strahler falsch ausgerichtet.

Fehler 3: Zu wenig Fläche ausleuchten

Die Ausleuchtung hört oft am Rand des "Kernbereichs" auf. Dahinter beginnt die Dunkelheit – und damit das Risiko für Einsatzkräfte, die dort arbeiten oder gehen. An Verkehrsunfallstellen auf Bundesstraßen: Auch die Absicherungsbereiche 50–100 m vor dem Unfall gehören ausgeleuchtet, damit herannahende Fahrer die Sperrung rechtzeitig sehen.

Was "ausreichend beleuchtet" konkret bedeutet

Für allgemeine Bauarbeiten schreibt die ASR A3.4 mindestens 50 Lux vor. Das ist die Untergrenze. In der Praxis sollten Einsatzstellen mit Maschinenbetrieb oder bei Rettungsarbeiten deutlich höhere Werte angestrebt werden.

Zur Orientierung: Ein moderner Fahrzeug-Lichtmast liefert 20.000–50.000 Lumen für den unmittelbaren Fahrzeugbereich. Für eine Einsatzstelle mit 500–1.000 m² und mehreren Arbeitszonen reicht ein einziger Fahrzeuglichtmast nicht aus.

Checkliste: Einsatzstellenbeleuchtung richtig aufbauen

  • Beleuchtung in der ersten Angriffsphase aufbauen – nicht nach dem Löschangriff
  • Lichtquellen so hoch wie möglich positionieren – Fahrzeugdach vor Stativ
  • Strahler nicht direkt auf Arbeitsbereiche richten – schräg von oben, diffus
  • Kabel markieren oder eliminieren – jedes Kabel auf dem Boden ist eine potenzielle Stolperfalle
  • Absicherungsbereiche und Zufahrten mitbeleuchten, nicht nur den Kernbereich
  • Bei Verlagerung des Einsatzschwerpunkts: Beleuchtung nachführen

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